Unternehmensgeschichte

Entwicklung der Salzburger Lagerhäuser

Während es in anderen Bundesländern schon ab 1900 zu Gründungen von Lagerhäusern kam, wurden die Versorgungsaufgaben im Land Salzburg zunächst weiterhin von der „Landwirtschaftsgesellschaft“ (einer Dienststelle des sog. Landeskulturrates) wahrgenommen. Die Filialen wurden als „Landwirtschaftlicher Ortsausschuss“ bezeichnet. Erst im Jahr 1928 wurde in Lamprechtshausen die erste Lagerhausgenossenschaft gegründet. Der im dortigen „Landwirtschaftlichen Ortsausschuss“ tätige Andreas Bruckmoser initiierte diese Gründung. Er und seine Mitstreiter waren mit den im Rahmen dieser Organisation gelegentlich durchgeführten Verteilungsaktionen nicht recht zufrieden. Sie wollten eine bessere Versorgung mit Handelsdüngern und Futtermitteln erreichen, wie dies bereits im nahegelegenen Lagerhaus in Laufen passierte.

Salzburger Lagerhaus Geschichte
Lagerhaus Bergheim, Bild aus früheren Zeiten

Obwohl kein eigenes Lagerhaus zur Verfügung stand, wurde an der Verwirklichung gearbeitet. Die Verkäufe fanden direkt vom Waggon aus statt und erfreuten sich eines regen Zuspruchs. Blieb einmal etwas unverkauft, mussten es Bruckmoser und seine „Ausschussmänner“ zusätzlich übernehmen. Diese Verteilertätigkeit fand unter den Bauern immer größere Zustimmung und wurde deshalb zunehmend ausgeweitet. Aufgrund der positiven Entwicklung erkannte Bruckmoser schlussendlich die Notwendigkeit zur Gründung einer eigenen „Ein- und Verkaufsgenossenschaft“. Auf seinen Vorschlag hin fanden sich 20 Gründungsmitglieder, die zu je 100 Schilling Anteile kauften. Mit diesem Anfangskapital von 2.000 Schilling konnte im Jahr 1928 die erste Lagerhausgenossenschaft im Land Salzburg ihre Tätigkeit aufnehmen.

1928 erfolgte auch die Gründung der „Landwirtschaftlichen Verkehrsstelle der Salzburger Landwirtschaftskammer“. Während des Zweiten Weltkriegs kam es zu einer Gründungswelle von Lagerhäusern und auch mehrere Raiffeisenkassen nahmen den Warenverkehr auf. Zu dieser Zeit entstanden  Lagerhausgenossenschaften in Seekirchen, Obertrum, Kuchl, Neumarkt/Köstendorf, St. Johann, Radstadt, Bischofshofen und Bad Hofgastein.

1938 wurde auf Initiative des Landeskulturrates die Landwirtschaftliche Verkehrsstelle gegründet. Diese hatte die Aufgabe den Einkauf landwirtschaftlicher Betriebsmittel durchzuführen.

Im Jahr 1947 wurde die Bezeichnung "Landwirtschaftliche Verkehrsstelle" zu "Verband landwirtschaftlicher Warengenossenschaften" geändert.

Ende 1948 gehörten dem "Verband landwirtschaftlicher Warengenossenschaften" 12 Lagerhäuser und 23 sonstige Genossenschaften an. Zur Versorgung der Landwirtschaft mit Betriebsmitteln aller Art bestanden 13 landwirtschaftliche Ein- und Verkaufsgenossenschaften. Außerdem führten als Überbleibsel aus der Kriegszeit noch 33 Raiffeisenkassen das Warengeschäft als Nebenbetrieb.

1949 erfolgte die Umbenennung des „Genossenschaftsverbandes“ auf „Raiffeisenverband Salzburg reg.Gen.m.b.H.“. Zugleich wurde der Unternehmensgegenstand der früheren Raiffeisen-Zentralkasse Salzburg um den Bereich der Revision erweitert.

1949 war eine Umwandlung des Verbandes in „Landwirtschaftliche Lagerhausgenossenschaft Salzburg und Umgebung reg.Gen.m.b.H.“ geplant, bei gleichzeitiger Übergabe der Verbandsaufgaben an den Raiffeisenverband. Diese Umwandlung wurde vom Handelsgericht abgelehnt.

Im Zuge der Verschmelzung der Spitzenverbände (formal 1951 vollzogen) wurde 1950 die „Landwirtschaftliche Lagerhausgenossenschaft Salzburg“ gegründet. Deren Aufgabe war die Versorgung der landwirtschaftlichen Betriebe im Raum Salzburg und Umgebung. Die Lagerhausgenossenschaften (Lagerhäuser) waren Teil eines vom Zentralraum ausgehenden, dezentralen, regionalen Auf- und Ausbaus des Warensektors im Raiffeisenverband. Schon in den 1950er Jahren und dann verstärkt in den folgenden Jahrzehnten entstanden Lagerhausstandorte im ganzen Land.

Am 16. Juni 1951 wurde der „Verband der landwirtschaftlichen Warengenossenschaften“ mit dem Raiffeisenverband verschmolzen. Der damals geschaffene integrierte „Raiffeisenverband Salzburg Gen.m.b.H.“ umfasste 68 Raiffeisenkassen, 12 Warengenossenschaften, 29 Käsereien, 9 Molkerei-, 9 Milch- und 4 Elektrizitätsgenossenschaften sowie 10 sonstige Genossenschaften. Mit dem Beginn der 60iger Jahre begann ein großzügiger Ausbau der Lagerhauseinrichtungen im ganzen Land. In Salzburg-Itzling wurde ein agrarisches Zentrum mit Lagerhallen, Getreidesilos, Mischfutterwerk, Trocknungsanlagen, landtechnischem Zentrum mit Ausstellungshalle, Ersatzteillager und Reparaturwerkstätte errichtet.

Zusätzlich wurde im Großraum Salzburg ein Baustoff- und ein Tanklager gebaut. Diese Entwicklungen waren für die neuzeitliche bäuerliche Wirtschaftsweise von großer Bedeutung. In den ländlichen Bezirken wurden sogenannte landwirtschaftliche Zentren installiert, die jeweils auf die örtlichen bäuerlichen Gegebenheiten abgestimmt waren. Es mussten hunderte Millionen investiert werden, um den dringenden Nachholbedarf an Lagerhausgebäuden, Werkstätten, Silos, Kartoffelhallen und Lagern aufzuholen. In den 1970er Jahren erfolgte im Warensektor eine Erweiterung um die Bereiche Treib- und Brennstoffe.

Heute zählt der Raiffeisenverband Salzburg mit knapp 1.700 Mitarbeitern und weiteren 1.400 in den selbstständigen Genossenschaften zu den wichtigsten und zuverlässigsten Arbeitgebern im Bundesland Salzburg.

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